Pressemitteilung Nr. 244/2026, 10.09.2026

Fahrzeuge, Tankstellen, Erzeugung: Landkreis Spree-Neiße/Wokrejs Sprjewja-Nysa baut Wasserstoff-Mobilität aus

Zum Brandenburger Wasserstofftag am 10. September 2026 wird sichtbar, wie der Landkreis Spree-Neiße/Wokrejs Sprjewja-Nysa Schritt für Schritt die Voraussetzungen für eine klimafreundliche Wasserstoff-Mobilität schafft.

Der Landkreis Spree-Neiße/Wokrejs Sprjewja-Nysa treibt die Umstellung seiner kommunalen Mobilität auf Wasserstoff voran. Mit Fördermitteln des Bundesministeriums für Digitales und Verkehr in Höhe von insgesamt 13,4 Millionen Euro wurden 35 Wasserstoffbusse sowie zwei Abfallsammelfahrzeuge mit Brennstoffzellenantrieb beschafft, die bereits in Empfang genommen sind.

Ziel ist es, den öffentlichen Personennahverkehr und die kommunale Abfallwirtschaft langfristig klimafreundlich und zukunftssicher aufzustellen. Parallel zur Fahrzeugbeschaffung entsteht die notwendige Infrastruktur zur Versorgung mit erneuerbarem Wasserstoff.

Gemeinsam mit den Projektpartnern FPS.Energy GmbH und EMB Energie Brandenburg GmbH wird dafür ein abgestimmtes Gesamtkonzept umgesetzt, das die Wasserstoffversorgung von der Erzeugung über die Logistik bis zur Betankung der Fahrzeuge sicherstellt. In Forst (Lausitz)/ Baršć (Łužyca) wird das zentrale Wasserstoffprojekt des Landkreises entstehen.

Nach einem europaweiten Ausschreibungsverfahren erhielt die EMB Energie Brandenburg GmbH, ein Unternehmen der GASAG-Gruppe, den Zuschlag für Planung, Errichtung und Betrieb der stationären Wasserstofftankinfrastruktur. Vorgesehen sind ein 5-Megawatt-Elektrolyseur, Wasserstoffspeicher, Verdichtungstechnik sowie eine leistungsfähige Wasserstofftankstelle. Damit werden die Voraussetzungen geschaffen, Wasserstoff regional zu produzieren, zu speichern und die kommunalen Fahrzeuge zuverlässig mit erneuerbarem, nach RFNBO zertifizierten Wasserstoff zu versorgen. Für die Errichtung ist die Förderung über das Investitionsgesetz Kohleregion durch die Interministerielle Arbeitsgruppe befürwortet und der Antrag bei der Investitionsbank Brandenburg gestellt worden.

Ergänzend soll die Wasserstoffversorgung im Kreisgebiet über eine mobile Tankinfrastruktur sichergestellt werden. Diese soll an den Standorten Spremberg/Grodk und Guben geschaffen werden. Die entsprechende EU-weite Ausschreibung soll im Jahr 2027 abgeschlossen werden. Für die Übergangszeit bis zur Inbetriebnahme dieser mobilen Tankstellen ist eine Interimslösung vorgesehen.
Bis Dezember 2026 entstehen zwei (mobile) Wasserstoff-Betankungsmöglichkeiten in Guben und in Spremberg/Grodk, Ortsteil Schwarze Pumpe/Carna Plumpa.
Im Spremberger Ortsteil Schwarze Pumpe/Carna Plumpa wird die mobile Betankungslösung unmittelbar am Betriebshof der mit der Geschäftsbesorgung im ÖPNV beauftragten Verkehrsunternehmen Spree-Neiße Cottbusverkehr-GmbH errichtet. In Guben entsteht die Betankungsmöglichkeit in unmittelbarer Nähe des Betriebshofes.

Mit der Umsetzung der beiden Wasserstofftankstellen wurde nach europaweiter Ausschreibung die FPS.Energy GmbH (Fuel & Power Supply) beauftragt. Derzeit arbeiten die Projektpartner gemeinsam mit lokalen Dienstleistern und Behörden mit Hochdruck an der Realisierung der Tankinfrastrukturen an beiden Standorten. Für den Betrieb der Fahrzeuge liefert FPS.Energy ausschließlich RFNBO-zertifizierten, erneuerbaren Wasserstoff.
Mit dem Einsatz von ausschließlich grünem Wasserstoff kann der CO2-Ausstoß im Verkehr des Landkreises deutlich reduziert und gleichzeitig ein Beitrag zur Verbesserung der Luftqualität in der Region geleistet werden.

Martin Heusler, Landrat des Landkreises Spree-Neiße/Wokrejs Sprjewja-Nysa:
„Mit der Anschaffung von 35 Wasserstoffbussen und zwei modernen Abfallsammelfahrzeugen sowie dem gleichzeitigen Aufbau einer eigenen Wasserstofftankinfrastruktur setzen wir ein starkes Zeichen für die Zukunft unseres Landkreises. Dank des gezielten Einsatzes von Strukturfördermitteln gelingt es uns, den anstehenden Strukturwandel nicht nur zu begleiten, sondern aktiv zu gestalten. Wir etablieren hier vor Ort eine absolute Schlüsseltechnologie von morgen und sichern damit langfristig die Innovationskraft unserer Region.“

Leander Hoffmann, Geschäftsführer der FPS.Energy GmbH:
„Wir arbeiten derzeit gemeinsam mit lokalen Dienstleistern, Behörden und Projektpartnern mit Hochdruck an der Realisierung der beiden Standorte in Spremberg/Grodk und Guben. Unser Ziel ist es, kurzfristig eine zuverlässige Wasserstoffversorgung für die neuen Busse und Abfallsammelfahrzeuge im Landkreis Spree-Neiße/Wokrejs Sprjewja-Nysa aufzubauen.“

Leif Christian Cropp, Vorsitzender der Geschäftsführung EMB Energie Brandenburg GmbH:
„Unser Projekt ‚Wasserstofftankinfrastruktur‘ in Forst (Lausitz)/Baršć (Łužyca) umfasst mehr als den Bau einer dauerhaft leistungsfähigen Tankstelle. Denn mit dem Elektrolyseur erzeugen wir zudem den Kraftstoff aus erneuerbaren Energien vor Ort. Damit sorgen wir für einen klimaschonenden Betrieb von Bussen und Müllsammelfahrzeugen des Landkreises Spree-Neiße/Wokrejs Sprjewja-Nysa, der gleichzeitig unabhängig von Importen ist.“

Das Gesamtvorhaben leistet zugleich einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung eines regionalen Wasserstoff-Clusters in der Lausitz. Bereits heute wird Wasserstoff in verschiedenen Anwendungen in der Lausitz genutzt.
So sind unter anderem auch in der Stadt Cottbus/Chóśebuz schon Wasserstoffbusse im Einsatz. Die Aktivitäten in Spree-Neiße ergänzen diese Entwicklung um weitere wichtige Bausteine und verbinden Fahrzeuge, Infrastruktur und regionale Wasserstofferzeugung zu einem zukunftsfähigen Gesamtsystem.

Pressestelle Landkreis Spree-Neiße/Wokrejs Sprjewja-Nysa

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