Pressemitteilung Nr. 218/2026, 24.08.2026

Entwendung von Stolpersteinen in Forst (Lausitz)/Baršć (Łužyca) und Spremberg/Grodk: Spree-Neiße-Landrat Martin Heusler verurteilt Angriff auf historische Erinnerungskultur

In den Stadtgebieten von Forst (Lausitz)/Baršć (Łužyca), Guben und Spremberg/Grodk wurden in den vergangenen Jahren Stolpersteine verlegt, die an Opfer des Nationalsozialismus in den Städten erinnern.
„Die Erinnerungskultur unserer Region bekam mit der Verlegung der Stolpersteine eine neue Qualität“, konstatiert Spree-Neiße-Landrat Martin Heusler. „Die kleinen Pflastersteine sind keine bloßen Namenstafeln. Sie sind stille Zeugen der Menschenwürde, die nicht mehr gehört wurde, und zugleich Aufruf, niemals zu vergessen, was Enteignung, Deportation und Vernichtung bedeuten“, betont der Landrat weiter.
 
In den vergangenen Tagen wurden durch Unbekannte in Spremberg/Grodk zwei dieser fest einbetonierten Stolpersteine aus einem Gehweg im Stadtgebiet gewaltsam entfernt. Bereits in der vergangenen Woche waren in Forst (Lausitz)/Baršć (Łužyca) Stolpersteine beschädigt und entwendet worden. In beiden Fällen hat das Landeskriminalamt die Ermittlungen übernommen.
 
Martin Heusler verurteilt die Beschädigung und Entwendung der Gedenksteine und sieht dies als Angriff auf die Zivilgesellschaft: „Die Steine fordern uns auf, durch Aufklärung, Zivilcourage und den Einsatz für Freiheit und Respekt sowie gegen Antisemitismus jeder Form Verantwortung zu übernehmen. Als Gesellschaft werden wir in Spree-Neiße gemeinsam gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus eintreten. Jede Form von politisch motivierten Extremismus hat in unserer Region keinen Platz. Als Landrat werde ich mich daher für eine schnelle Wiederverlegung der entwendeten Gedenksteine einsetzen.“
 
Das Projekt der kleinen Gedenktafeln, der sogenannten Stolpersteine, wurde bereits im Jahr 1992 vom Künstler Gunter Demnig ins Leben gerufen. Er hat damit in vielen deutschen und europäischen Städten den sinnbildlichen Grundstein einer neuen Form der Erinnerungskultur gelegt. Die kleinen Messingplatten geben den Menschen symbolisch ihren Namen und ihren Platz in der Mitte der Gesellschaft zurück.
Auch in Spree-Neiße sind die Stolpersteine bedeutend für die kollektive Erinnerung und damit Teil der regionalen Erinnerungskultur.

Pressestelle Landkreis Spree-Neiße/Wokrejs Sprjewja-Nysa

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