Digitalisierung von Baulastenhinweisen in ALKIS
 

P1 - Digitalisierung von Baulastenhinweisen in ALKIS der Gemarkungen Atterwasch bis Werben

       
Zuwendungsbescheid-AZ: 86012530
Investitionsvolumen:  84.033,60 EUR 
Zuwendung (85 %):   71.428,56 EUR
 
 







Ausgangslage

Amtliches Liegenschaftskatasterinformationssystem (ALKIS)
Das Amtliche Liegenschaftskatasterinformationssystem (ALKIS) stellt die Geobasisdaten der Liegenschaften zentral und anwendungsneutral bereit. Es liefert flächendeckend, eindeutig und rechtsverbindlich Informationen zu Flurstücken und Gebäuden.
Durch die Kombination mit weiteren digitalen Fachdaten entsteht ein hoher Mehrwert, da räumliche Zusammenhänge sichtbar und für Verwaltungs- und Wirtschaftsprozesse nutzbar werden.

Baulasten und Baulastenverzeichnis
Eine Baulast ist eine öffentlich-rechtliche Verpflichtung, die Grundstückseigentümerinnen und -eigentümer i.d.R. freiwillig übernehmen (§ 84 Abs. 1 Satz 1 BbgBO). Sie verpflichtet zu einem Tun, Dulden oder Unterlassen und ermöglicht häufig eine ansonsten nicht genehmigungsfähige bauliche Nutzung. Baulasten können die bauliche Ausnutzbarkeit und damit den Wert eines Grundstücks beeinflussen.
Die Eintragung erfolgt im Baulastenverzeichnis der zuständigen unteren Bauaufsichtsbehörde. In Brandenburg wurden Baulasten zwischen 1989–1994 sowie seit 2016 begründet. Das Verzeichnis wird elektronisch in ProsozBau oder analog in Loseblattform geführt.
Für jedes belastete Grundstück wird ein eigenes Baulastenblatt angelegt. Der Wortlaut der Verpflichtung muss eindeutig sein; falls nötig, wird ein Lageplan beigefügt.
Das Baulastenverzeichnis dokumentiert damit alle öffentlich-rechtlichen Nutzungsbeschränkungen, die Eigentümer oder deren Rechtsvorgänger übernommen haben.
 
Ziel des Projektes
Ziel des Förderprojekts ist die geometrische Erfassung der Baulastenhinweise für die Jahrgänge 2016 bis 2026 in den Gemarkungen Atterwasch bis Werben innerhalb von ALKIS.
Die betroffenen Grundstücksteile werden dabei durch georeferenzierte Baulastenhinweise eindeutig im Datenbestand gekennzeichnet.
Ein Baulastenhinweis stellt die räumliche Darstellung der von einer Baulast betroffenen Fläche dar. Durch die Georeferenzierung erhält jeder Hinweis eine präzise Lagezuordnung mittels Koordinaten. Damit wird das Liegenschaftskataster erstmals um geometrisch erfasste Baulastenobjekte erweitert.

Vorteile der Baulastenhinweise / Wirtschaftlichkeitsbetrachtung
Die Zusammenführung von Geobasisdaten und Baulastenhinweisen in einem einheitlichen Informationssystem schafft eine direkte geometrische Verbindung zwischen Baulasten und Flurstücksgrenzen. Dadurch werden die Daten konsistent geführt und geometrisch qualifiziert.
Die Liegenschaftsdaten gewinnen deutlich an Informationswert: Neben beschreibenden Merkmalen werden auch öffentlich-rechtliche Bindungen sichtbar, die die Nutzung eines Grundstücks beeinflussen.
Bei der Fortführung des Liegenschaftskatasters werden die Geometrien der Baulastenhinweise automatisch mitgeführt und bleiben auch nach Grundstücksänderungen korrekt zugeordnet.
Dies reduziert die arbeitsintensive Pflege und Laufendhaltung der            lagebeschreibenden Daten zukünftig erheblich und beschleunigt insbesondere die Bearbeitung von Negativauskünften. Insgesamt wird die Baulastenführung effizienter und qualitativ verbessert.
 
Beginn der Maßnahmen:  September 2026
Ende der Maßnahmen: September 2027
 
Dieses Projekt wurde kofinanziert von der Europäischen Union (60% = 50.420,16 EUR), über Mittel aus dem Programm Qualifizierung von Geobasisdaten 2024 sowie Mitteln des Landes Brandenburg (25% = 21.008,40 EUR).