Pressemitteilung Nr. 229/04, 29.10.2004

Interview mit Martin Schüler, Intendant des Staatstheaters Cottbus

Den Menschen einen unverwechselbaren Abend bereiten,
der süchtig macht auf mehr

Das Staatstheater Cottbus wirbt mit ganz besonderen Aktionen um die Gunst des Publikums – und hat damit Erfolg

In einer Zeit, da die sogenannten „freiwilligen Aufgaben“ auf Landes- und kommunaler Ebene immer mehr den Sparzwängen geopfert werden und Reformen die Bevölkerung verunsichern, haben es auch diejenigen, die sich um Kunst und Kultur (be)mühen, nicht gerade leicht. Dennoch gibt es sie – die Menschen, die festhalten an den „schönen Seiten des Lebens“, sich mit Begeisterung ihrer Arbeit widmen und deshalb auch andere begeistern können. Zu ihnen zählt Martin Schüler, Intendant und Operndirektor des Staatstheaters Cottbus, der mit seinem Ensemble neue Wege gehen möchte, um sein Publikum zu binden, und der sich damit bereits auch überregional einen Namen gemacht hat. 

Jana Weber, Pressesprecherin des Landkreises Spree-Neiße
 hatte die Gelegenheit zu einem Gespräch ...


Herr Schüler, Ende August wurde im Branitzer Park der neue Spielplan des Staatstheaters Cottbus präsentiert. Zum zweiten Mal eine eher ungewöhnliche Theater-Vorstellung, die sich einer äußerst großen öffentlichen Aufmerksamkeit erfreute ...

Martin Schüler: Ja, es sind ungefähr 7.000 Leute dort gewesen und das ist natürlich ein phänomenales Einspielergebnis! Die Begeisterung darüber war so groß, dass wir jetzt schon gesagt haben: Nächstes Jahr machen wir das selbstverständlich wieder! Kleine theatralische Häppchen, sinnlich, prall, ... als Vorgeschmack auf die Vorhaben der neuen Saison. Wir sind sogar eingeladen worden, dies auch in Lübben und Bad Liebenwerda zu veranstalten. Insofern hat sich die Präsentation sehr positiv ausgewirkt und ein sehr großes Echo gefunden. Das Besondere daran ist, dass dem Besucher keine Kosten entstehen. Es ist eine Werbeveranstaltung für das Theater und ich werde auch weiter darauf achten, dass diese einmalige Werbeveranstaltung im Jahr eben kostenfrei bleibt und dadurch auch Jeder wirklich die Chance hat, sich zu informieren und sich neugierig machen zu lassen auf das Kommende.


Lässt sich ein solch gelungener Auftakt anschließend auch an Besucherzahlen messen?

Schüler: Wir haben beim ersten Mal die Erfahrung gemacht, dass dieser Multiplikationsfaktor durch die Öffnung des Theaters nach außen Wunder gewirkt hat. Das muss ich wirklich sagen. Wir haben in der letzten Spielzeit 3 % mehr Zuschauer gehabt, sind jetzt insgesamt bei einer Auslastung von 77 %. Das ist die höchste Auslastung seit der Wende! Und darauf können wir sehr stolz sein. Ich denke, dass dieses Nach-draußen-Gehen des Theaters, die Öffnung, ganz, ganz wichtig ist. Deshalb haben wir die Spielplanpräsentation in Branitz in diesem Jahr auch wiederholt, einen ähnlichen Effekt erhoffend, ... noch ist er ja nicht messbar.


Sind derartige Veranstaltungen auch dabei behilflich, Publikum aus weiter entfernten Regionen in Ihr Haus zu holen?

Schüler:
Natürlich. Der Titel ‚Staatstheater’ heißt ja nicht nur, dass wir hier nur für die Cottbuser Bürger spielen, sondern Staatstheater bedeutet eigentlich, ich sag’s mal, die Semper-Oper von Brandenburg, also ‚erstes Haus am Platze’ zu sein. Da können wir natürlich nicht ganz Brandenburg mit bedenken, aber unser Hauptschwerpunkt liegt schon im Einzugsgebiet von Süd-Brandenburg. Und wir freuen uns deshalb natürlich, dass nicht nur Cottbuser und viele Besucher aus dem Landkreis Spree-Neiße zu uns kommen, sondern auch aus dem Elbe-Elster-Kreis, also aus Finsterwalde, Bad Liebenwerda, ... selbst Berlin und Frankfurt/Oder kommen zu uns! Und wir gastieren ja auch anderswo. Zum Beispiel haben wir eine Kooperation mit Frankfurt/Oder, wo es ja leider kein Theaterensemble mehr gibt, aber ein Theaterhaus. Da haben wir einen Vertrag geschlossen, dass wir das Haus teilweise mit bespielen. Wir sind auch hin und wieder in Potsdam im Nikolai-Saal vertreten, wo wir vor allem sinnästhetische Opern aufführen, und wir fahren jetzt sogar bis nach Schwedt hoch. Das heißt, unsere Strategie liegt eigentlich darin, in der ganzen Achse Ost-Süd-Brandenburg sozusagen theaterverantwortlich zu sein, obwohl ich sehr großen Wert darauf lege, dass wir unseren Hauptschwerpunkt an qualitätvoller Arbeit hier in Cottbus leisten. Und wenn wir es uns erlauben können, mit kluger Planung, werden wir auch weiterhin mal ausschwärmen in verschiedene Richtungen und gastierend im Land Brandenburg tätig sein.


Herr Schüler, ein faszinierender Saisonauftakt in Branitz ... mit welchen ersten Höhepunkten hat denn nun das Staatstheater Cottbus sein Publikum in der neuen Saison empfangen?

Schüler: Wir haben bis jetzt zwei Premieren herausgebracht. Das ist einmal das Schauspiel von Shakespeare „Leben und Tod König Richard des Dritten“, das beim Publikum ausgezeichnet angekommen ist. Und vor wenigen Tagen war die Premiere von den beiden Opern-Ein-Aktern „Cavalleria Rusticana“ und „Der Bajazzo“, was bejubelt wurde, ich muss es so sagen. Es war voll gelungen, es war ein richtiger Volltreffer, den wir hier landen konnten! Und ich hoffe, dass es jetzt so weiter geht, dass alle Premieren, die wir noch vor uns haben – es sind noch elf in dieser Spielzeit zu leisten – dass diese mit einer ähnlich hohen Qualität herausgebracht werden.


... worauf dürfen wir uns da freuen in den nächsten Wochen?

Schüler:
... da wird es jetzt erst mal für Kinder eine Premiere geben: „Schneewittchen“ am 9. November - unser übliches Weihnachtsmärchen mit einer zauberhaften Dekoration. Das Bühnenbild ist schon im Bau befindlich, das wird ganz märchenhaft, ganz phantastisch! Dann werden wir Ende November ein neues Theatererlebnis anbieten, eine große „TheaterNacht“ in der Kammerbühne, wo man die Möglichkeit hat, vier Stücke an einem Abend zu sehen, ... das heißt, eigentlich nur zwei. Vier Stücke laufen insgesamt parallel auf zwei Bühnen und man kann sich aussuchen, welche zwei Stücke man davon an diesem Abend besucht. Natürlich haben wir die Hoffnung, dass der Zuschauer, der dann angebissen hat, auch wieder kommt, um sich die anderen beiden Theaterstücke anzugucken. Also, das wird so eine Art Spektakel werden unter dem Thema „Zeit für Helden oder die Achse des Guten“.


... und Sie wollen Weihnachten feiern mit Ihrem Publikum!

Schüler:
Richtig. Wir werden Anfang Dezember erstmalig ein Programm machen, das heißt: „Weihnachten im Theater“ mit dem Titel „Oh, du fröhliche“. Und zwar knüpfen wir da an unsere guten Erfahrungen an, die wir mit der Vorstellung „Opernchöre à la carte“ gemacht haben oder mit „Willi Schwabes Rumpelkammer“. Wir haben uns also ein Schwerpunktthema gesucht und werden auf theatralische Art und Weise mal Weihnachten feiern mit dem Publikum. Es werden Highlights zu hören sein von der gesamten Singakademie – das sind also 150 Sänger mit unserem Opernchor - und das Ganze wird inszeniert, beleuchtet und phantasievoll gestaltet. Und das Ballett wird auch mitwirken.


Und noch ein kleiner Ausblick auf 2005?

Schüler:
Ja, ... am 22. Januar werden wir ein Musical herausbringen und zwar den DDR-Musical-Klassiker „Mein Freund Bunbury“ von Gerd Natschinski. Einige werden sich sicher erinnern an den großen Erfolg von „Messeschlager Gisela“. Das Stück hatten wir vor einigen Jahren mal hier als Sommerspektakel, das war der gleiche Komponist. Ich halte „Mein Freund Bunbury“ für einen der inzwischen richtigen Klassiker unter den Musicals. Inhaltlich kommt es der „My Fair Lady“ sehr nahe ... Und dann werden wir in der Theaterscheune Ströbitz am 11. Februar eine Komödie herausbringen und zwar eine „Komödie im Dunkeln“. Das wird eine ganz verrückte Geschichte! Sie können Wein und Bier dabei genießen und eine Geschichte spielt sich ab, die sozusagen im Dunkeln spielt. Im Theater kann man das wunderbar machen. Es wird natürlich nicht wirklich dunkel sein, aber die Schauspieler spielen, als ob sie im Dunkeln sind. Das heißt, der Zuschauer ist der Wissende und der Handlung sozusagen immer voraus. Also das kann ich sehr empfehlen. Ich denke, das wird ein großer vergnüglicher Abend ...


Herr Schüler, Sie haben die Premiere für Kinder angesprochen, mit der Sie sich an jüngere Zuschauer wenden. Gibt es denn für das Staatstheater Cottbus ein „Nachwuchsproblem“ unter den Besuchern?

Schüler:
Überhaupt nicht, denn 15 % unserer Zuschauer sind Kinder und Jugendliche. Wir freuen uns sehr, dass so viele jüngere Leute ins Theater kommen. Natürlich bemerken wir jetzt auch, dass die demografische Kurve nach unten geht; dadurch ist die Anzahl der Kinder insgesamt nicht mehr ganz so groß, aber wir können uns überhaupt nicht beklagen. Wir arbeiten hier auch mit den Schulen zusammen. Natürlich könnte man immer noch mehr Kinder begeistern. Ich denke aber, das ist - wie bei der PISA-Studie – nicht Sache der Schulen, sondern des Elternhauses. Die Eltern sollte man eigentlich ermuntern, mit den Kindern mal ins Theater zu gucken. So bin ich auch groß geworden: Ich bin mit meinen Eltern das erste Mal ins Theater gegangen und hab’ dann eben unweigerlich angebissen. Das sitzt ein Leben lang, die erste Vorstellung. Also entweder man liebt dann das Theater oder man geht nie wieder hin. Das ist wie eine Liebe auf den ersten Blick ... Und deshalb sind uns die Märchenproduktionen für Kinder so besonders wichtig und wir legen ein großes Augenmerk auf die Faszination der Ausstattung. Also üppig und möglichst magisch, so dass der erste Theatereindruck wirklich auch ... naja, eben wie Weihnachten ist: Das Glöckchen ertönt, man wird hineingeklingelt, der Vorhang öffnet sich und dann lässt man sich überraschen. Und ich denke, dieses „Schneewittchen“ ist dafür bestens geeignet.


... aber gibt’s dann nicht auch schon mal Tränen, wenn die böse Stiefmutter ihr Unwesen treibt?

Schüler:
... das ist doch auch ein schönes Zeichen, sich so zu äußern. Erst mal stellen wir uns natürlich drauf ein, dass wir Kinder ab vier Jahre im Saal haben, und wenn Jemand weint, dann weint er. Wir haben da schon ganz komische Sachen erlebt ... Aber die Kinder werden nicht geschockt, das kann ich schon mal versprechen. Und Schneewittchen ist ja auch dazu nicht geeignet. Aber es geht schon ziemlich emotional zur Sache für das Alter, wenn Schneewittchen dort einiges durchleben muss, weil die böse Stiefmutter kommt, um sie zu vergiften ... Gott sei Dank stirbt sie ja nicht, sie wird ja wach geküsst am Schluss. ... Das Ganze wird vom Ballettensemble gestaltet, das heißt die Zwerge werden getanzt und auch das Schneewittchen tanzt ... also ich denke, das ist auch eine schöne Verfremdung, so dass man das Märchen nicht pur als Schauspiel geboten bekommt, sondern mit Musik und mit Tanz.


Kinder und Jugendliche führen Sie ja außerdem noch in einer ganz anderen Art ans Theater heran. Was verbirgt sich hinter Ihrem theaterpädagogischen Angebot der „Stückeinführungen“ genau?

Schüler:
‚Stückeinführung’ heißt, dass wir zum Beispiel in die Schule kommen, um Stücke vorzustellen und die Kinder spielerisch einzustimmen, so dass diese dann eben auch ganz anders in das Stück hineingehen. Das wird phantastisch angenommen! Es sind aber auch Probenbesuche möglich - die Lehrer müssen sich nur mit ihren Wünschen an uns wenden und wir einigen uns dann gemeinsam auf Termine und die Art und Weise. Wir haben das jetzt auch in der Konzertreihe gemacht, also eine Gruppe von cirka 15 Kindern zu einer Orchesterprobe eingeladen. Die sitzen dann nicht einfach nur im Zuschauerraum, sondern direkt unter den Musikern und erleben wirklich mal, was dort aus den Instrumenten herauskommt, wie gearbeitet wird. Ich denke, das ist auch so ein richtig bleibender Eindruck fürs Leben, einmal inmitten von einem Orchester zu sitzen, neben der Trompete oder Harfe, und dann schwillt so ein ganzer großer Orchesterklang an ... Also: Wenn dafür Bedarf besteht, auch bei den Lehrern vom Spree-Neiße-Kreis, dann bitte jederzeit anrufen beim Staatstheater!


All diese Vorstellungen und Aktionen kosten Geld und das Theater war ja auch immer wieder mal in den Schlagzeilen mit Ensemble-Reduzierung und Finanzetat ... Wie ist die derzeitige finanzielle Situation im Staatstheater Cottbus? Muss man ernsthaft Angst haben um das Haus in nächster Zeit?

Schüler:
Nein, muss man nicht. Wir sind natürlich in einer ernsten Lage, aber wir konnten uns jetzt von Stadt und Land aus einigen, so dass der Übergang in die öffentlich-rechtliche Stiftung stattgefunden hat. Wir haben ein Finanzierungsabkommen geschlossen und das hat bewirkt, dass wir bis zum Jahr 2009 mit einer gedeckelten Summe festgeschrieben sind. Das ist keine kleine Summe. Sicher könnte man noch mehr gebrauchen, aber ich denke mit den uns zur Verfügung gestellten 18 Millionen Euro pro Jahr kann man wirklich sehr gut etwas anfangen. Das ist im Deutschland-Maßstab, ich sag mal, nicht das Üppigste, aber auch nicht das Wenigste. Damit kann man die 369 Mitarbeiter, die wir noch haben, gut halten, denke ich. Und die Personalreduzierung hat ja in den letzten Jahren schon stattgefunden. Als ich herkam, vor 15 Jahren, waren wir noch 480 Mitarbeiter. Und ich bin nicht bereit, noch weiter runterzugehen, weil dann die Qualität sinken würde. Der Rahmen von 120 Mitarbeitern weniger war verkraftbar, wenngleich ich natürlich nicht gut gefunden habe, dass das Ballett 1998 abgeschafft wurde und jetzt nur noch ein Rumpfballett von acht Tänzern existiert, die dem Opernensemble angeschlossen sind.


Welche Rolle spielt für Sie vor diesem Hintergrund der Verein der Freunde und Förderer des Staatstheaters Cottbus e.V.?

Schüler:
Eine sehr große natürlich. Er greift uns in finanzieller Hinsicht unter die Arme bei bestimmten Spezialprojekten, die wir aus dem laufenden Etat nicht finanzieren können. Ich nenne ein Beispiel: der Gastsolist in „Bajazzo“, Paul Mc. (????), ein hervorragender irischer Tenor, der mit großem Erfolg die Premiere gesungen hat. Den haben wir uns aus dem Etat nicht leisten können, den hat der Förderverein zur Hälfte finanziert zusammen mit der Sparkasse Spree-Neiße. Der Förderverein gibt uns aber auch moralisch große Unterstützung, kulturpolitisch, in der öffentlich-rechtlichen Stiftung, wo er sozusagen die Meinung des Publikums stimmberechtigt vertritt und somit auch die Geschicke des Theaters lenkt. Ich würde mir wünschen, dass der Förderverein noch größer wird, obwohl er jetzt mittlerweile schon auf ungefähr 100 Mitglieder angewachsen ist. Aber es wäre toll, wenn wir – ... ich will natürlich nicht nach den Sternen greifen! – bei etwa 1.000 Vereinsmitgliedern ankommen könnten bis zum Jahr 2008, denn dann wird das Theater 100 Jahre alt. Das wär’ natürlich Klasse! Somit ist also Jeder eingeladen, der dem Theater etwas Gutes tun möchte. ... Und natürlich gibt es auch viele Vorteile für die Fördervereinsmitglieder: einmal im Monat einen Theatertreff in der Kammerbühne mit geselligem Beisammensein, wo auch verschiedene Künstler vorgestellt werden und man mit ihnen ins Gespräch kommen kann, außerdem der Vorzug, in alle Generalproben kostenlos hineinzugehen oder ein Sommerfest zu erleben, an dem das Theater natürlich federführend künstlerisch beteiligt ist. Das sind ganz schöne Sachen ...


Vorzüge genießen im Staatstheater aber auch noch andere Theaterbegeisterte - die Anrechtsbesucher ...

Schüler:
Ja, das stimmt. Wir haben da verschiedene Anrechte: Es gibt für die Jugendlichen ein Jugendwahlanrecht - da kostet die Karte vier bis sieben Euro. Viel mehr muss man also nicht bezahlen und sitzt dabei sogar auf den besten Plätzen! Es gibt dann ein Premierenanrecht, da haben Sie also immer einen gesicherten Platz, wenn ein Stück zum ersten Mal gezeigt wird. Es gibt ein Konzertanrecht, das betrifft nur die Philharmonischen Konzerte; es gibt ein Anrecht fürs Wochenende, ein Anrecht am Wochentag und Sonntag und es gibt ein Anrecht am Sonntagnachmittag, das besonders interessant ist für Besucher, die ein bisschen anreisen müssen ... Ein Anrecht bedeutet, dass Sie zwischen acht und elf Vorstellungen im Jahr besuchen können, immer den gleichen Platz und keinen Stress haben, sich vorher Karten besorgen zu müssen. Und Sie haben natürlich einen merklichen Preisnachlass! 


Herr Schüler, der Landkreis Spree-Neiße und die Stadt Cottbus sind gegenwärtig im Gespräch über eine gemeinsame Region Cottbus/Spree-Neiße. Was denken Sie: Würde ein solches Zusammengehen auch positive Effekte für das Staatstheater bringen?

Schüler:
Das ist absolut notwendig! Viele unserer Besucher kommen ja aus dem Umkreis oder sind aus Cottbus in den sogenannten Speckgürtel gezogen, haben dort Häuser gebaut, ... das ist ja auch ein Klientel, was durchaus finanzkräftig ist und ich denke auch theaterhungrig sein könnte. Ich könnte mir vorstellen, dass wir mit dem Landkreis Spree-Neiße noch viel enger zusammenarbeiten könnten, also auch mit dem Kulturamt, mit den Schulen ... und dass wir einfach diese Hemmschwelle ‚Cottbus - und darüber hinaus ist etwas ganz anderes’, dass wir die aufgeben. Also da bin ich sehr gesprächsbereit, wenn Ideen kommen ... oder auch Ideen von uns in den Landkreis hinausgehen würden, das fänd’ ich toll. Das ist ja eigentlich auch unser Konzept für die nächsten Jahre: hinausgehen aus Cottbus, aus dem Theater, auf die Menschen zu. Und dabei ist der Landkreis, ... besser sind die Menschen des Landkreises Spree-Neiße, natürlich ein großes Objekt der Begierde unsererseits.


Wir haben anfangs von Märchen und Weihnachten gesprochen – was wäre denn Ihr größter Wunsch, wenn jetzt eine Fee daher käme oder heute Weihnachten wäre? ... natürlich bezogen auf Ihr Haus, Ihr Ensemble, Ihre Arbeit?

Schüler:
Mein größter Wunsch ist, dass der Finanzierungsvorbehalt, unter dem unser Finanzierungsabkommen abgeschlossen worden ist, dass dieser Vorbehalt nicht eintritt. Dass die uns in Aussicht gestellte Summe also in voller Höhe gezahlt wird, pünktlich zum Termin, so dass wir in Ruhe planen können, denn diese mittelfristige ordentliche Planung ist der Garant dafür, dass wir tolle Produktionen herausbringen. Nur kurzfristiges Handeln oder Nichtplanbarkeit – das würde uns beengen, weil wir eben nicht so ein Theater sind, das in einem Ballungszentrum steht, wo es egal ist, ob wir mal eine gute Premiere haben oder eine nicht so gute. Unsere Premieren müssen alle gut sein! Unsere Vorstellungen auch! Die Publikumsdichte ist ja nicht ganz so groß hier und deshalb ist es wichtig, dass wir wirklich auch Niemanden verlieren oder enttäuschen. Und das heißt, wir geben uns richtig große, dolle Mühe, den Menschen einen Abend zu bereiten, der ihnen nicht nur Freude macht, sondern der ihnen unverwechselbar ein kleines Mosaikbausteinchen im Leben sein könnte, an das man sich immer gerne erinnert und das durchaus auch süchtig macht auf weitere Theaterbesuche.


Dafür drücken wir Ihnen natürlich die Daumen! Und vielen Dank für das Gespräch. 

* * * * * *

Nähere Informationen über das Staatstheater, das Ensemble, den Spielplan, die Preise und Zusatzangebote: www.staatstheater-cottbus.de

Anmeldungen und Nachfragen zum theaterpädagogischen Angebot der Stückeinführungen für Schulen:
Öffentlichkeitsarbeit, Frau Heym, Tel.: (0355) 7824-146
Theaterpädagogin, Frau Dreko, Tel.: (0355) 7824-148

Informationen über die verschiedenen Theater-Anrechte und Preisnachlasse:
Öffentlichkeitsarbeit, Frau Heym, Tel.: (0355) 7824-146
Besucher-Service, Tel.: (01803) 440344

Informationen über den Verein der Freunde und Förderer des Staatstheaters Cottbus e.V.:
Jörg Rohde, Tel.: (035605) 40 944


Jana Weber, Pressesprecherin des Landkreises Spree-Neiße
Seite zurück