Herrenhaus und Familiengrabstätte von Hagen

Gemarkung Schönheide, Flur 1, Flurstücke 46, 135

Das Herrenhaus – weitgehend unverfälscht blieb nur der ältere Teil – hat seinen Standort nördlich der Bundesstraße, die Familiengrabstätte befindet sich östlich der Ortsbebauung und südlich der Bundesstraße. Die seitlichen Anbauten des Herrenhauses (nördlich zwei eingeschossige Garagen, südlich zweigeschossiger Bau mit Feuerwehrgeräteraum = Teichstraße 12) sind nicht denkmalrelevant.
Das Herrenhaus in der Tiefe des Grundstücks zwischen Teichstraße und Schöne Heide in annähernder Nord-Süd-Richtung als eingeschossiger Putzbau mit Mansarddach mit Schopf aufgeführt. Flachbogiger Eingang mit ebenerdiger, zweiflügliger Tür zentral auf der Westseite angeordnet. Beiderseits der Tür je zwei hochrechteckige Fenster. Auf der nördlichen Schmalseite im ausgebauten Dachbereich ein älteres Kreuzstockfenster überliefert. Hier unter dem abbröckelnden Putz stellenweise Mischmauerwerk sichtbar. Beachtliche Außenwände mit mehr als 0,60 Meter Stärke. Auf der Vorderseite des Daches drei, auf der Rückseite zwei Dachhäuschen mit Pultdach. Der obere, weniger steile Dachbereich zum Teil mit handgestrichenen Biberschwanzziegeln gedeckt. Im Innern ausgesprochen ungewöhnlich ein tonnengewölbter Raum mit Ziegelfußboden im ebenerdigen, nordöstlichen Hausbereich. Daran anschließend ein Raum mit Herd und Waschkessel. Im Dachgeschoss eine Tür mit barocken Aufsatzbändern (Bockshörner), die korbbogigen Fenster der Dachhäuschen mit schräg geschnittenem Gewände. Die Innenwand des ausgebauten Dachbereichs mit drei flachbogigen Vertiefungen. Die Dachkonstruktion im oberen Bereich als einfach stehender Stuhl mit Reiterverband ausgeführt. Die Verblattung bei den Kopfbändern dabei vollständig über die Stuhlsäulen reichend. In einem Balken die Jahreszahl 1823 festgehalten. Der geringe Sparrenabstand auf eine Hartdeckung des Daches verweisend.
Familiengrabstätte: Zentral zwischen vier Grabplatten angeordnet ein übermannsgroßer, sich nach oben verjüngender Granitstein, aus diesem „herauswachsend“ ein großes schwarzes Kreuz. Unter dem Kreuz Tafel mit Inschrift „Die Liebe/ höret nimmer auf“. Südöstlich kleine Grabplatte mit Inschrift „Hier/ ruhet in Frieden/ der königl. preuss. Oberstleutnant/ u. Artilleriekommandant/ Heinrich v. Hagen/ geb. d. 1. November 1868 zu Tilsit,/ gefallen für König u. Vaterland/ am 11. Juli 1917 b. Zlotschow, Galizien“. Nördlich eine Grabtafel „Hier/ ruhet in Frieden/ Maud von Hagen/ geb. Bruxner/ geb. d. 11. März 1869/ zu Cheltenham,/ gest. d. 1. Febr. 1940/ zu Spremberg“. Westlich des Gedenksteins zwei weitere Platten: „Hier rueht in Frieden/ Ella v. Hagen/ geb. Gerlach,/ geb. 24. März 1834/ zu Schippenbeil in Ostpreussen,/ gest. 24. September 1915/ zu Schönheide“ sowie „Hier ruhet in Frieden/ Generalleutnant/ Heinrich v. Hagen/ geb. 19. Mai 1831/ zu Königsberg in Ostpreussen,/ gest. 18. November 1905/ zu Schönheide“. Ein ehemals am Feldrand stehender weiterer Gedenkstein wohl 2011 in den Ort zur Ecke Schöne Heide/Am Waldesrand umgesetzt. Dieser Gedenkstein, geschmückt mit einem Foto des Bronzereliefs des Prinz-Albrecht-von Preußen-Denkmals in Berlin auf einer Glasplatte, ist nicht denkmalrelevant im Sinne des Brandenburgischen Denkmalschutzgesetzes (BLDAM).
 

Lage


03130 Spremberg OT Schönheide
Schöne Heide 4
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