Hofanlage mit Wohnhaus, Scheune, großem Blockstall, Schafstall, Schweinestall und Sommerküche/Backhaus

Alte Bezeichnung


Hofanlage
Gemarkung: Burg
Flur 9, Flurstück 130/2
Das ca. 13,0 m x 7,50 m große Wohnhaus in Ost- West- Ausrichtung wurde wohl in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts errichtet und repräsentiert mit der Scheune den ältesten Teil der Hofanlage. Es entspricht dem Typ des eingeschossigen Doppelstubenhauses, das auf einem Ziegelsteinfundament lagert. Die nördliche Traufseite unter abgeschlepptem Satteldach - ver­mutlich eine Umbaumaßnahme der Jahrhundertwende -wird durch einen gemauerten Sockel mit Kellerfenstern und vierstufiger Freitreppe charakterisiert. Die aufgehende Wand ist als mit Strohlehm verputztes Blockgefüge ausgebildet, in dem drei bündig sitzende, hochrechteckige Fenster angeordnet sind. Zwei der vierfeldrigen Fenster mit Kreuzstock belichten die Stube, eins die Küche. Der Eingang befindet sich ein wenig links von der Mitte. Die östliche Giebel­seite besteht im Erdgeschoss aus verputztem Blockgefüge mit zwei weit auseinanderliegenden Fenstern mit Vorsatzfenster. Das Giebelfeld weist im unteren Bereich ein Fachwerkraster mit einem kleinen Fenster auf, darüber sowie im Bereich der Schleppe ist es vertikal verbrettert. Die südliche Traufseite besteht ebenfalls aus einem verputzten Blockgefüge; rechts und links
sind jeweils zwei Stubenfenster angeordnet. Die mittig ausgebildete Haustür wird auf der lin­ken Seite von einem schmalen Fenster flankiert. Dem Blockgefüge der westlichen Giebelseite wurde in jüngerer Zeit eine Ziegelwand vorgesetzt. Zwei Fenster sind im Erdgeschoß, ein klei­nes quadratisches Fenster ist im Giebelbereich angeordnet. Die Dachform des ursprünglich mit einem Weichdach versehenen steilen Satteldaches wurde durch die einseitige nördliche Ab­schleppung nachhaltig verändert. Veränderungen erfuhr auch die Raumstruktur, die aufgrund dessen nicht denkmalrelevant ist. Der Dachstuhl ist im westlichen Bereich wie bei Wohnstallhäusern üblich als Firstsäulenkon­struktion und im Osten als doppelt stehender Stuhl ausgebildet. In beiden Bereichen sind die Hölzer verbrettert.
 
 
Die etwa 18 m x 5 m große Scheune hat ihren Standort westlich des Wohnhauses. Der südli­che Teil wurde als Blockscheune vermutlich zeitgleich mit dem Wohnhaus in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts errichtet. Um die Jahrhundertwende wurden ein Teil abgebrochen, massiv ersetzt und nördlich einen Stall aus Ziegelmauerwerk angefügt. Infolge der Umbaumaßnahmen vereint die Scheune fast alle im Spreewald auftretenden historischen Bauweisen in sich: Dem südlichen Blockgefüge mit einem zweiflügligen Tor, der Bansen und Tenne beherbergt, schließt sich mittig Ziegelmauerwerk mit einer Stalltür und kleinen, stichbogigen Fenstern an, während der nördliche Teil aus Bohlenständerwerk besteht. Die Giebelfelder sind vertikal verbrettert und mit Tropfbrett versehen.
Der knapp 9,0 m x 4,0 m große, aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts stammende
Blockstall mit abschließendem Satteldach steht östlich vom Wohnhaus. Vermutlich im Zu­sammenhang mit einer Dachhauterneuerung wurde auf der Stallinnenseite die Jahreszahl 1906 angebracht. Der Stall selbst besteht aus einem Blockgefüge auf gemauertem Ziegelfundament. Der südliche Teil beherbergt eine fensterlose Kammer, deren Fußboden aus breiten Dielen gefugt ist. Der Mittelteil weist nach Norden und Süden Futterluken auf und diente der Kuh- ­oder Pferdehaltung. Der nördliche Stallbereich wurde hingegen für die Kleintierhaltung ge­nutzt. Eine Öffnung im Sockel zum Fließ hin ermöglichte den Abfluss der anfallenden Gülle.
Der Schweine- oder Schafstall wurde ebenfalls in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts parallel zum Fließ zwischen Blockstall und Wohnhaus errichtet. Auch dieses kleine Stallge­bäude ist ein Blockbau auf Ziegelsteinfundament. Auf der südlichen Trauf- und der östlichen Giebelseite ist jeweils eine Brettertür angeordnet. Die Giebelfelder sind vertikal verbrettert. Am westlichen Giebelfeld ist eine kleine Tür ausgebildet.
Der 5,0 m x 3,50 m große Schweinestall hat seinen Standort zwischen Wohnhaus und Scheu­ne. Wie das Wohnhaus und der zuvor beschriebene Schweine- oder Schafstall wurde das Blockgefüge über hohem Ziegelsteinsockel in Ost-West-Ausrichtung errichtet. Auf der nördli­chen Traufseite ist mittig eine Tür angeordnet. Auf der südlichen Traufseite befinden sich lin­ker- und rechterhand jeweils ein Durchlass für die Schweine. Die Giebelfelder sind vertikal verbrettert und besitzen eine Öffnung.
Die Sommerküche/ Backhaus wurde als massiver, unverputzter Bau vermutlich um die Jahr­hundertwende südlich zwischen Wohnhaus und Blockstall über annähernd quadratischem Grundriss errichtet. Die westlich angeordnete Brettertür und die Fenster sind stichbogig aus­gebildet. Das südliche Giebelfeld ist verbrettert. Der massiv gemauerte Backofen wurde auf der Ostseite angefügt (BLDAM).

 

Lage


03096 Burg (Spreewald)
Ringchaussee 132
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