Ludewig-Siedlung

Alte Bezeichnung


Wohnbebauung
Gemarkung: Guben
Fl. 15, FlStk. 37, 38, 39, 40, 41, 507

Die o.g. bauliche Anlage besteht aus sechs Wohnblöcken, die in den Jahren 1928 bis 1932 von der Gewoba Guben nach Entwürfen des Architekten Willi Ludewig in Zeilenbauweise errichtet wurden. Die Wohnblöcke sind sämtlich auf der Nordseite der die Hauptverkehrsader Karl-Marx- in Ost-West-Richtung querenden Rosa-Luxemburg-Straße gelegen.
 
Die dreigeschossigen Wohnblöcke aus verputztem Ziegelmauerwerk besitzen bis auf den Block Nr. 50 einen regelmäßigen, rechteckigen Grundriss. Die bezeichnete bauliche Anlage ist vor allem charakterisiert durch die Querstellung der Blöcke zur Rosa-Luxemburg-Straße bzw. zur Erich-Weinert-Straße und durch das Flachdach als Dachform. Die Sockel der Wohnblöcke sind mit dunkelbunten Klinkersteinen gestaltet, ebenso, außer Block Nr. 42, die Aufgänge. Die Treppenhäuser einschließlich der Badfenster auf der östlichen Längsseite treten bis in Höhe der Fensterstürze des dritten Geschosses leicht zurück und werden putzfarbig betont. Die Belichtung der Treppenhäuser erfolgt mit Ausnahme des Aufganges Nr. 50 b durch große, dreiteilige Fenster. Die streng gegliederten Längsseiten weisen differenziert angeordnete und rechteckig oder schwalbennestartig ausgeformte Balkone und Loggien, z.T. ebenfalls geklinkert, sowie unterschiedliche Fensteröffnungen und –formen auf. Der Wechsel wird dabei keineswegs willkürlich vorgenommen, sondern wird von den Lichtbedürfnissen der Funktions- und Nebenräume bestimmt. Abgeschlossen werden die Baukörper durch auf Holzbohlen ruhende, verspringende Flachdächer, die mit Teerpappe gedeckt sind. Die Schmalseiten – die nördlichen grundsätzlich fensterlos – werden durch leicht vorkragende Schornsteine im Klinkermauerwerk und im Dachgeschossbereich des höherliegenden Teils des Flachdaches durch seitliche Mauervorsprünge geschmückt. Die ohrenartigen Mauervorsprünge stellen dabei nicht nur ein gestalterisches Moment dar, sondern besitzen in ihrer Anordnung und Form ebenso Schutzfunktion wie die schmale, horizontale Verbretterung des niedrigeren Teils des Flachdaches
 
Die einzelnen Blöcke erschließen sich über Wohnwege entlang der Längsseiten. Die Aufgänge sind mit zweiflügligen Holzrahmentüren versehen, deren große Glasflächen in der unteren Hälfte durch zwei quer verlaufende Holzstreben horizontal gegliedert sind. Die Haupteingänge befinden sich auf der östlichen, die Kellerzugänge auf der westlichen Längsseite.
Im Innern haben sich die ursprünglichen Wohnungstüren, deren aus Holz bestehende Türblätter lediglich im oberen Teil ein schmales, dreiteiliges Fenster besitzen, und die schlichten, eisernen Treppengeländer mit hölzernem Handlauf erhalten.
 
Trotz der weitgehenden Gleichartigkeit in Kubatur und Grundriss und der strengen Gliederung präsentieren sich die einzelnen Baukörper der Anlage abwechslungsreich gestaltet:
 
Der Block Nr. 40 a-d bildet von der Karl-Marx-Straße kommend den Auftakt der baulichen Anlage. Die Gestaltung seiner östlichen Längesseite ohne Balkon bzw. Loggia ist identisch mit dem Erscheinungsbild der Blöcke Nr. 44 und Nr. 46. Links und rechts der Eingänge sind einfache, schmale Badfenster angeordnet. Die Fenster auf der südlichen Schmalseite und das erste Fenster der östlichen Längsseite sind zweiteilig, die anderen dreiteilig. Auf der westlichen Längsseite sind die zweispännigen Aufgänge a, b und c in der Abfolge dreiteiliges Fenster, Loggia, Loggia und wieder dreiteiliges Fenster rhythmisiert. Lediglich der dreispännige Aufgang c weist anstelle der Loggien die beschriebenen Badfenster auf.
 
Der Block Nr. 42 a-c ist der einzige ohne zurücktretendes Treppenhaus, erhielt dafür aber relativ gering vorkragende, flache Türdächer. Die dreispännigen Aufgänge a und b sind vom Eingang aus mit annähernd quadratischen Badfenster, dreigeteiltem Fenster und benachbartem Balkon ebenfalls rhythmisch gestaltet. Der zweispännige Aufgang c besitzt statt des dreigeteilten Fensters und des Badfensters ein zweiflügliges Fenster. Die wewstliche Längsseite weist sechs Achsen je Aufgang auf, die Aufgänge a und b verfügen in den mittleren Achsen über Balkone.
 
Die als Zweispänner konzipierten Blöcke Nr. 44 a-d und Nr. 46 a-d sind identisch gestaltet.
Die östliche Längsseite entspricht der des Blocks Nr. 40 a-d, die westliche Längsseite ist durchgehend rhythmisiert, indem die aneinandergrenzenden Loggien beidseitig von dreigeteilten Fenstern begleitet werden.
 
Der ebenfalls als Zweispänner erstellte Block Nr. 48 a-c weist auf der östlichen Längsseite nur in den Aufgängen b und c Balkone auf. Der Aufgang a ist identisch mit Nr. 40 a, Nr. 44 a und Nr. 46 a. Auf der westlichen Längsseite blieb der mittlere Aufgang Nr. 48 b ohne Loggia, die anderen wie vorstehend Block Nr. 46.
 
Abweichend von den anderen Baukörpern zeigt der Block Nr. 50 a-d einen unregelmäßigen, vieleckigen Grundriss. Die Schmalseiten des annährend einen rechten Winkel bildenden Blocks grenzen zum einen an die Erich-Weinert-Straße und zum anderen an die Rosa-Luxemburg-Straße. Die platzartige Aufweitung führt zu den zweispännigen Aufgängen a, c und d und zum dreispännigen Aufgang b. Letzterer besitzt ein vertikales Fensterband zur Belichtung des Treppenhauses und drei Balkone mit geklinkerter Brüstung. Die westliche Balkonseite ist verglast, während die östliche durch vorkragendes Mauerwerk des auf dieser Seite gestaffelten Baukörpers geschützt wird. Dieses Prinzip findet sich auf der zweifach gestaffelten östlichen Längsseite bei den Aufgängen a und b in Süd-Nord-Ausrichtung wieder. Die geklinkerte Balkonbrüstung ist leicht abgerundet, ein Flachdach in der gleichen Form schützt den Balkon im dritten Geschoss (BLDAM).
 

Lage


03172 Guben
Rosa-Luxemburg-Straße 40 a-d, 42 a-c, 44 a-d, 46 a-d, 48 a-c, 50 a-d
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