Pfarrgehöft, bestehend aus Pfarrhaus, Scheune und Stall

Gemarkung Groß Kölzig, Flur 7, Flurstück 50

Am 16. Mai 1872 brannten Stall und Scheune des bei der Kirche gelegenen Pfarrgehöfts nieder. Im Jahr darauf wurden sie wiederaufgebaut. Am Ende des 19. Jahrhunderts beschloss die Kirchengemeinde, ein neues, größeres Pfarrhaus zu errichten. Nach Erteilung der Baugenehmigung entstand 1901 südlich der Kirche schließlich das heutige Pfarrhaus.
Das Pfarrhaus ein unterkellerter eingeschossiger Bau aus gelben Ziegeln mit abschließendem Satteldach. Über den flachbogigen Kellerfenstern ein umlaufendes Gurtgesims, das aus einem leicht vorkragenden Ziegelband, das wiederum von roten Ziegeln eingefasst wird, besteht. Die Westseite rhythmisch gegliedert und repräsentativ gestaltet. Ein zweiachsiger Mittelrisalit wird von je einem Fensterpaar über einem zusammenfassenden Sohlbankgesims flankiert. Im Giebelfeld des Zwerchhauses ein kleineres Fensterpaar. Alle Fensteröffnungen mit einer Putzrahmung, darin bei den größeren ein Schlussstein. Die Fenster selbst in jüngerer Vergangenheit erneuert. Zwischen den Fensterstürzen und dem Traufgesims ein umlaufender Klötzchenfries aus roten Ziegelsteinen.
An der nördlichen Schmalseite zentral angeordnet eine vertikal verbretterte Veranda mit großflächiger Verglasung und abschließendem Pultdach. Der Veranda eine sechsstufige Freitreppe vorgelagert. Von der Veranda aus das Pfarrhaus begehbar. Die zweiflüglige hölzerne Haustür in spätgründerzeitlichen Formen mit Oberlicht ähnlich wie die Fenster mit Putzrahmung. Das Giebelfeld nahezu identisch mit dem Zwerchhaus des Mittelrisalits, die größeren Fenster allerdings mit kleineren Begleitern und darüber die eiserne Jahreszahl 1901. Hofseitig nahezu ebenerdig eine weitere zweiflüglige hölzerne Haustür in spätgründerzeitlichen Formen mit Oberlicht. Im Innern die bauzeitliche Treppe erhalten. Die Kellerräume mit preußischen Kappendecken. Im Hochparterre vom langgestreckten Flur beiderseits mehrere Räume mit bauzeitlichen Türen abgehend.
Die Scheune annähernd südöstlich des Pfarrhauses aufgeführt. Ziegelsichtiger Bau über niedrigem Feldsteinsockel mit abschließendem Satteldach. Auf der Westseite zwei segmentbogige zweiflüglige Einfahrtstore aus Holz und in zwei Reihen versetzt jeweils vier hochrechteckige Lüftungsschlitze im Mauerwerk. Hochrechteckige Lüftungsschlitze auch auf der Ostseite (hier auch eine Holztür) und der südlichen Schmalseite angeordnet, darüber im Giebelfeld drei Reihen kreuzförmige Lüftungsöffnungen. Im Innern der Scheune Ziegelfußboden und über der zentral angeordneten einfachen Stützkonstruktion ein doppelt stehender Stuhl.
Der Stall südlich des Pfarrhauses in dessen Bauflucht als ziegelsichtiger Bau mit Feldsteinsockel aufgeführt. Ursprünglich in größeren Abmessungen errichtet, vom abgebrochenen nördlichen Teil nur die westliche Außenmauer erhalten. Die ehemals als Zwischenwand fungierende nördliche Trennwand jetzt verputzte Außenwand mit vertikal verbrettertem Giebelfeld. Dem Weg zugewandt drei segmentbogige eisenvergitterte Fenster. Hofseitig zwischen zwei flachbogigen Holztüren ein ebenfalls flachbogiges Fenster, südlich zwei Taubenschlupföffnungen. Im Innern des Stalles mehrere kleine, z. T. wegen der Tierhaltung nochmals unterteilte Räume mit Ziegelfußboden, gemauerten und verputzten Zwischenwänden, Holzdecke und doppelt stehendem Dachstuhl (BLDAM).
 

Lage


03159 Neiße-Malxetal OT Groß Kölzig
Kölziger Dorfplatz 9
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