Dorfkirche mit Kirchhofsmauer und Erbbegräbnis Spitzner sowie Kriegerdenkmal

Alte Bezeichnung


Dorfkirche mit Ausstattung

Gemarkung: Groß Döbbern
Flur 1, Flurstück 49

Die Dorfkirche ein Saalbau mit dreiseitigem Ostschluss aus Feldstein und verputztem Ziegelmauerwerk, im Kern wohl 16. Jh., Ende des 17. Jh. Barock erneuert und 1818 mit heutiger Gestaltung versehen. Die Kirchhofsmauer des 19. Jh. aus unregelmäßigen, z. T. gespaltenen, teilweise ungespaltenen und farblich changierenden Feldsteinen unterschiedlicher Höhe gefügt, straßenbegleitend auf der Westseite der Mittelstraße und der Nordseite der Ringstraße verlaufend. Ein weiteres Mauerfragment nördlich der Ringstraße 61 am Westrand des Kirchhofs erhalten. In der Mittelstraße kleine Pforte, die Pfeiler des Nebeneingangs mit Zeltdach. In der Ringstraße ursprünglich zweiflügliges Holztor, dieses nicht überliefert. Auch hier die Torpfeiler aus unverputzten Ziegelsteinen im Klosterformat, allerdings mit Satteldach abgeschlossen.
An der Nordwestseite der Kirche Erbbegräbnis derm Familie Spitzner, östlich und nördlich abgrenzendes schmiedeeisernes Gitter. Erwerb des Areals mit den Grabstellen 1884 durch Amtmann Spitzner. Nördlich der drei steinernen, efeubewachsenen Grabeinfassungen ein Grabstein mit Vase für Elise Spitzner.
An der südöstlichen Ecke des Kirchhofs in die Kirchhofsmauer integriert das wohl in den 1920er Jahren errichtete Kriegerdenkmal für die im Ersten Weltkrieg Gefallenen des Ortes. Kleine Anlage aus zweistufiger Treppenanlage, halbrunder niedriger Feldsteinmauer und zentral angeordnetem Denkmal aus Granit bestehend. Der einst bekrönende Adler verloren. Auf der Vorderseite Metalltafel mit Inschrift in Großbuchstaben: „VON UNS FÜR UNS FIELEN IM WELTKRIEGE 1914-1918“, darunter 18 alphabetisch aufgeführte Namen mit Dienstgrad und Todesdatum.
Die Dorfkirche mit Kirchhofsmauer und Erbbegräbnis sowie das Kriegerdenkmal besitzen geschichtliche und städtebauliche Bedeutung. Während die Kirche das älteste Bauwerk des Ortes und damit den heute noch erlebbaren Beginn der Ortsbebauung darstellt, sind die Kirchhofsmauer, das Erbbegräbnis und das Kriegerdenkmal Teil des historisch gewachsenen Ortskerns. Dieser wird durch die ebenfalls denkmalgeschützten Bauten Pfarrhaus (1785) und Schule (1903) in seiner raum- und milieubestimmenden Wirkung vervollständigt.
Das Erbbegräbnis Spitzner ist zeittypisches Zeugnis privilegierter persönlicher bzw. familiärer Erinnerungskultur des ausgehenden 19. Jahrhunderts und ortsgeschichtlich bedeutsam. Das Kriegerdenkmal dagegen dokumentiert beispielhaft kollektive Erinnerungskultur der Weimarer Republik. Form und exponierter Standort des Kriegerdenkmals bezeugen die Bemühungen der Gemeinde, das Kriegsgeschehen zu verarbeiten, dem Kriegstod nachträglich einen Sinn zu geben und einen Ort öffentlichen Gedenkens zu schaffen (BLDAM).

Lage


03058 Neuhausen/Spree OT Groß Döbbern
Ringstraße/Mittelstraße 76a
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